Die Heilige Angela Merici (1474 - 1540)

Gedenktag katholisch: 27. Januar
Name bedeutet: die Engelin (griech. - latein.)
Ordensgründerin
21. März 1474 in Desenzano am Gardasee in Italien † 27. Januar 1540 in Brescia in Italien

Angela Merici wurde als Kind armer Eltern geboren und christlich erzogen. Im Alter von 10 Jahren musste sie den Tod ihrer Eltern verkraften. Gemeinsam mit ihrer Schwester wurde sie von einem Onkel in Salò am Gardasee erzogen; auch die Schwester starb schon bald. Als junges Mädchen trat Angela dann dem Dritten Orden der Franziskaner bei und widmete sich vorrangig der Kindererziehung.
Sie erkannte, wie ungebildet die Kinder ihrer Heimat aufwuchsen: Schulen gab es nicht, die Eltern waren unwissend und maßen einer gediegenen Ausbildung kein besonderes Gewicht bei. In ihrem Heimatort konnte sie zunächst einige Freundinnen überreden, zusammen mit ihr eine Art regelmäßige Schule zu organisieren. Ob ihres Erfolges lud man sie 1516 nach Brescia ein, um dort Ähnliches zu versuchen. Mehr und mehr erkannte Angela, wie wichtig für das Wohlergehen der Familien und für eine zivilisierte Gesellschaft eine umfassende Bildung und Erziehung gerade der Frauen ist.
1525 unternahm sie eine Wallfahrt nach Palästina, auf der sie die Berufung verspürte, eine Ordensgemeinschaft für Frauen zu gründen. 1535 rief sie zusammen mit 28 Frauen die Compagnia di Sant' Orsola, die Gesellschaft der Heiligen Ursula ins Leben, benannt nach Ursula - eine Gemeinschaft von Frauen, die sich zwar ganz dem Dienst am Nächsten weihten und sich zu einem Leben im Geiste der Evangelischen Räte verpflichteten, aber nicht in klösterlicher Abgeschiedenheit wohnten. Ohne Gelübde und Klausur lebten sie in ihren Familien unter den Geboten der Ehelosigkeit, der Armut und des Gehorsams und waren damit das erste Säkularinstitut der Kirchengeschichte. Sie beschäftigten sich mit in Armut lebenden Mädchen, für deren Bildung niemand zurzeit sorgte.
1535 bestätigte Papst Paul III. den Orden; der Bischof von Brescia, Kardinal Franz Cornaro, genehmigte 1536 die von Angela verfasste Ordensregel; Angela stand ihrem Orden ab 1537 als erste Oberin vor. Angela verfasste die Ricordi, Merkschriften, und das Testamento, Vermächtnis, beide Traktate mit Anleitungen für Erzieherinnen. Glaubenspraxis und Pädagogik der Angela wirkten beispielgebend und machten sie zur gesuchten Ratgeberin und wichtigen kirchlichen Reformerin in ihrer Zeit. Die neue Gemeinschaft fand großen Anklang, die Zahl der Mitglieder wuchs rasch, bei Angelas Tod war die Gemeinschaft in fast allen wichtigen Städten Norditaliens vertreten.

Wenige Jahre nach Angelas Tod wandelte sich die Gemeinschaft der Ursulinen in eine Klostergemeinschaft um. Bis heute sind die Ursulinen der größte Frauenorden, der sich der Jugenderziehung und dem Unterricht widmet und er ist bedeutsam für die Frauenbildung in der katholischen Kirche. Kanonisation: 1768 wurde Angela von Papst Clemens XIII. seliggesprochen; 1807 sprach Papst Pius VII. die Ordensstifterin heilig.

In der Zeit, als die Erziehung sehr hart war, schrieb Angela in ihrer Anleitung:

Ich flehe euch an, zu euren „Töchtern“ liebevoll zu sein, sie mit sanftmütiger Hand zu führen. Seid nicht streng und befehlerisch. Das bedeutet, dass wir ihre Seele befreien, dass wir die Schwachen und Mutlosen ermutigen und mit Nächstenliebe ermahnen. Mit unserem maßgebenden Beispiel können wir verkünden, wie große Freude auf sie im Himmelreich wartet.

 

Quelle: heiligenlexikon.de/BiographienA/Angela_Merici_von_Brescia.htm
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